Alexandra Csongrády

Keramik aus Kütahya

Die Stücke beziehe ich seit September 2009 direkt von den KünstlerInnen aus Kütahya, deren Profile in Kürze hier auf der Hompepage einsehbar sein werden. Bei Interesse einer der Exponate schreiben Sie mir über das Kontaktformular.

 

Altes Kunsthandwerk vom Feinsten!

 

Keramik aus Kütahya, dem antiken Kotyaion, wo schon die Phryger der Antike siedelten, ist seit jeher berühmt. Kacheln mit Motiven von Arabesken, Lotusblüten, Tulpen, Kronen, stilisierten Blattformen und geschwungenen Knoten schmücken Wände von Palästen, Villen, Moscheen, Bäder. Auch berühmte Bauwerke sind darunter wie die Blaue Moschee und die Hagia Sophia in Istanbul, der Felsendom in Jerusalem und das Mevlana-Kloster in Konya.

Keramik war seit jeher der Exportschlager der Stadt. Außerdem lag Kütahya an der Handelsstraße vom Norden in den Süden Anatoliens. Das brachte zusätzlich Einnahmen. Sultan Selim I. ließ Anfang des 15. Jahrhunderts nach seinem erfolgreichen Feldzug gegen die Perser aserbaidschanische Handwerker nach Kütahya und in das nördlich gelegene Iznik umsiedeln. Sie brachten aus ihrer persischen Heimat die Kunst der Fayence-Herstellung mit und fanden ideale Bedingungen vor: die harte weiße Tonerde der Umgebung war von herausragender Qualität. Verschiedene Blau- und Türkistöne unter transparenter Glasur auf weißem Grund, die noch an chinesische Keramik aus der Yüan- und Mingzeit erinnerten, werden das Markenzeichen. Das Blau machten die Handwerker aus Kobaltoxid, Türkis und Grün aus Kupferoxid. Die Unterglasmalerei entwickelten die Werkstätten von Iznik und Kütahya zur Perfektion.

Das gelang den Handwerkern unter anderem auch durch eine neue Zusammensetzung der Fritte, dem geschmolzenem und anschließend gemahlenem Glas, das als Grundstoff der Keramik mit Ton und Quarz vermischt wird. Statt Alkalioxide verwendete man Blei-Alkali-Fritten, die wesentlich geringere Brenntemperaturen ermöglichten. Das sparte kostbares Holz, die Produktion konnte ausgeweitet werden. Die feine Struktur dieser Fayence war allen anderen islamischen Produktionen überlegen.

Als das osmanische Reich sich Ende des 16. Jahrhunderts in außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten befand, wurde das Geld knapp, die Aufträge an die Keramikwerkstätten gingen zurück. Viele Werkstätten schlossen, allein in Iznik ging ihre Zahl von 300 auf neun zurück. In Kütahya sah es nicht viel besser aus, ein Teil des Ausfalls konnte aber durch verstärkte Nachfrage aus privatem Handel aufgefangen werden. Durch den Wegfall von Iznik übernahm Kütahya die

Rolle als Zentrum der osmanischen Fayenceproduktion.